Warum Pferde in der Reittherapie?

Pferde bieten durch ihre Art spezielle Möglichkeiten im Gegensatz zu anderen Tieren oder Materialien. Durch ihren Körperbau entsteht beim Gehen eine dreidimensionale Schwingung. Generell bieten sie durch die verschiedenen Gangarten viele verschiedene Möglichkeiten. Das artgemäße Verhalten der Pferde wird auf der Beziehungsebene angewandt. Es entsteht eine trianguläre Interaktion zwischen Therapeut*in, Pferd und Klient*in. Das Pferd kann hierbei wie eine Art Projektionsleinwand für verschiedene Wünsche, Ängste, Gefühle und Träume dienen. Oft dient das Pferd als Brücke zu echten Beziehungen im sozialen Umfeld.

Pferde fordern eine klare Haltung und Ehrlichkeit,. Sie dulden keine Fassade, nehmen aber dadurch auch jeden Menschen genauso wie sie oder er ist. Sie sind immer offen, empathisch und intuitiv. Und dabei genauso individuell wie wir Menschen auch und deshalb eine Hilfe für jeden Menschen, welcher sich in einer Findungsphase befindet.

Pferde verständigen sich weitesgehend stumm. Sie fordern eine sachliche Kommunikation ohne Doppelboschaften. Dadurch können Klient*innen einen vertrauensvollen Dialog mit dem Pferd eingehen. Hierzu muss der Mensch die Pferdesprache erlernen, um mit ihnen arbeiten zu können.

Nicht jedes Pferd eignet sich als Therapiepferd. Jedes Therapiepferd hat eine fundierte, spezielle Ausbildung hinter sich. Ich sehe Pferde als Mitglied meines Teams, die ich als Lebewesen so akzeptiere und schätze wie sie sind. Dazu gehört auch, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben sollten. Ein Pferd muss diesen Job genauso lieben wie ich, ansonsten wird es nicht eingesetzt. Da die Arbeit viel abverlangt und sehr anstrengend sein kann, ist eine individuelle Ausgleichsarbeit unbedingt notwendig.

Wenn die Pferde geeignet sind und den Job lieben und dementsprechend ausgebildet sind, dann können sie uns unser Unvertrauen, unseren Respekt und unsere Achtung, unsere Geborgenheit, unseren Mut, unser Selbstvertrauen und vor allem unsere Lebensenergie zurück geben. Der Pferderücken bietet Geborgenheit, Getragen werden, Geschwindigkeit, Rhythmus und Bewegungsgleichklang. Wir reiten auf Satteldecken und ohne Sattel, denn nur ohne Steigbügel findet man das eigene natürliche Gleichgewicht. Die Beine hängen locker im Schwerpunkt und es entsteht kein unsicheres Klammern.

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